Ich kann mich nicht erinnern, in der Schule jemals etwas über den Börsenhandel gelernt zu haben. Nach der Schule ging es weiter bei IHK und Uni. Meine Ausbildung und vor allem das Studium der Informatik waren recht wirtschaftslastig, aber nie sprach ein Lehrer oder Dozent über das Trading oder wie man damit Geld verdienen kann.
Aber es wäre ja mal was ganz Neues, in unserem Bildungssystem etwas zu lernen, das man unmitelbar und direkt für irgendwas Nützliches im echten Leben gebrauchen könnte *Ironie aus*

Als für mich die Entscheidung klar war, dass ich dieses Experiment mit dem systematischen Trading wagen wollte, kam unweigerlich diese Frage: wie und wo eigne ich mir am besten – heißt effizientesten – das ganze Wissen an, das es braucht um ein guter Trader zu werden?

Die Suche im Web brachte die kuriosesten Dinge zutage, exemplarisch diverse Finanz-News Webseiten. Alle bieten einen kostenpflichtigen PRO-Bereich an, in dem man dann im Monatsabo mit Insidertipps versorgt wird. Teuer bezahlen für Tipps anderer? Hm, das muss anders gehen…

Dann gibt es eine ganze Menge Webseiten, die mit Gratis-„Ratgebern“ werben. Diese tragen dann reißerische Titel, die den Untergang der Welt prophezeien, wenn wir nicht alle ganz schnell diese sieben todbringenden Aktiensünden von uns stießen… oder umgekehrt versprechen, dass wir mit dem nur in diesem Ratgeber enthaltenen Wissen lernen, ganz schnell aus nur 1.000 EUR Anfangskapital eine Million zu machen.

Wer der geweckten Angst …oder Gier… folgt, bekommt dann dürftig bedruckte 30 Seiten heißen Geschwafels, wo nicht zuletzt die Anzahl der Rechtschreibfehler auf die Qualität des Tutorials schließen lassen. Selbstverständlich musste man zum Download dieses Gratis-Trading-Guides NUR seine eMail-Adresse hinterlassen, die dann bis in alle Ewigkeit vollgespammt wird mit Angeboten zu noch viel mehr Tipps von den reichsten Tradern der Welt, die gerade jetzt auf die Idee gekommen sind, ihr Wissen entweder zu verschenken oder damit noch viel reicher zu werden, als sie es ohnehin schon sind. Hm, auch irgendwie komisch…

Als nächstes schlug bei mir die Filterblase zu. Youtube bot mir eine fast einstündige N24-Dokumentation über Systematisches Trading an, die ich mir in einer ruhigen Minute verinnerlichte. Hier werden drei „Trader“-Typen in ihrem Alltag begleitet und vorgestellt: Koko, ein ehemaliger Autohändler, der sich in einem Höhenflug an der Börse verzockte und mit einem Praktikum wieder bei Null anfängt; Birger, der Visionär mit ’nem Haufen Geld und Erfahrung, der sowas wie einen Trading-Fonds eröffnen möchte und Carsten, der Familienmensch der daheim im Reihenhaus Tag für Tag zielorientiert und diszipliniert genau so viel handelt wie es braucht, damit er und seine Familie gut leben können.
Interessante Geschichten unterschiedlichster Menschen und ich bekomme zum ersten Mal ein Gespür dafür, was es für ein Leben ist, oder sein kann, ein Trader zu sein und dass es nicht pauschal den EINEN Menschentyp „Trader“ gibt.
Und so unterschiedlich die präsentierten Trader auch sind, eines haben sie alle gemeinsam: sie haben sich das Trading quasi selber beigebracht. Durch Lesen, Austausch mit anderen Tradern und last but not least: Ausprobieren.

Für mich hat es etwas Spielerisches, einer Sache nachzugehen die mich interessiert und meinen eigenen Weg zu finden dabei – auszuprobieren, was mir liegt, was funktioniert… und was nicht. Und es ist auch mein Anliegen das im Rahmen dieser Lern-Webseite weiter zu vermitteln, dementsprechend das Dreiklang-Motto von Traducation: Handeln. Erfahren. Lernen.
Lernen kannst du nur, wenn dir was (Neues) passiert, Neues passiert nur, wenn du etwas (anders) tust.

Als Inspiration möchte ich euch die angesprochene Video-Doku nicht vorenthalten – viel Spaß beim Lernen von und mit Roko, Birger und Carsten: